Institut für Kunstpädagogik
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Nachruf Klaus Eid

12.11.2018

Die Leitung, die Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter und Studierenden des Instituts für Kunstpädagogik gedenken in Trauer und Dankbarkeit an unseren lieben Kollegen und langjährigen Weggefährten Klaus Eid.

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Klaus Eid war ein Mann der ersten Stunde in der Einrichtung des Lehrstuhls für Kunsterziehung an der Ludwig-Maximilians-Universität. Als theoretisch aktiver und künstlerisch qualifizierter Kunsterzieher hatte er die beste Qualifikation für die universitäre Laufbahn. Er lehrte seit 1994 als Dozent für Kunstpädagogik und blieb dem Institut bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2001 treu. Mit seiner lebensbejahenden, offenen, positiven Art und seiner großartigen fachlichen Kompetenz prägte er das Institut für Kunstpädagogik maßgeblich.

Als Mitherausgeber veröffentlichte Klaus Eid zahlreiche Publikationen, die dem aktuellen Diskurs der 70er und 80er Jahre herausfordernde Denkanstöße gaben. Zu nennen ist beispielhaft das Werk mit dem provozierenden Titel „Kinderkunst" von 1983, einem Plädoyer für die uneingeschränkte Förderung der kindlichen Kreativität und Menschenbildung mit Bezug zur Kunst der Avantgarde, oder das erstmals 1979 erschienene Buch „Collage und Collagieren", das nicht nur ein Gestaltungsprinzip in der Kunst, sondern darüberhinaus ein kulturelles Prinzip, eine methodische Denkfigur veranschaulicht, die er selbst in der Vermittlungsarbeit und im kollegialen Miteinander souverän einsetzen konnte. Wie kaum ein anderer beherrschte Klaus Eid die Kunst, Gegensätzen zusammenzubringen und in neuer, Sinn stiftender Harmonie zu vereinen. Mit der richtungsweisenden kunstpädagogischen Lektüre „Grundlagen des Kunstunterrichts" – von Studierenden und Kollegen wegen der roten Optik der UTB-Wissenschaftsreihe - liebevoll die „rote Bibel" genannt, wird er über seinen Tod hinaus noch weitere Generationen von Kunstlehrern / Kunstlehrerinnen auf ihrem Weg der Kreativitätsförderung in schulischen und außerschulischen Bereichen begleiten.

Interessiert an allem Neuem, nicht nur in Kunst und Pädagogik, zugetan der Vision von Intermedialität und Interkulturalität – vor seiner Zeit am Institut hatte Klaus Eid sieben Jahre als Kunstpädagoge in Mexiko gewirkt – experimentierte er sensibel, intuitiv und einfallsreich mit tradierten wie modernen Verfahren und ergründete für die universitäre Lehre und Forschung über die Ludwig-Maximilians-Universität hinaus neue Impulse, Sichten und Herangehensweisen.

Als einer der ersten erschloss Klaus Eid den Themenbereich der Land- Art. Mit seinen Studierenden realisierte er jährlich raumgreifende Naturkunst-Projekte in der Toskana; aufgeschlossen gegenüber neuen Kunstformen, die den herkömmlichen Kunstbegriff erweitern und eine Vielfalt künstlerischer Äußerungen ermöglichen, kreierte er später im Team Ambient Videoinstallationen im legendären Tecno-Club Ultraschall.

Seine Nähe zu Menschen und Themen unserer Zeit erlebt haben zu dürfen und daran anknüpfen zu wollen, ist uns Ansporn und Herausforderung zugleich.

Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie von Klaus Eid und seiner Frau Hedda Eid, die als Fotografin die ephemeren Natur-Kunstwerke in der Toskana professionell dokumentiert und damit ein beeindruckendes Werk seiner künstlerischen Lehre erhalten hat

Im Namen des ganzen Kollegiums
Anja Mohr, Angelika Obletter, Peter Becker